Stellungnahme zur Diskussion um die Krampfaderbehandlung durch das Laserverfahren

Im Frühjahr dieses Jahres wurde durch Vertreter unseres Fachgebietes eine Diskussion über die Wirksamkeit der Laserbehandlung angestoßen und über verschiedene Medien, unter anderem der TV-Sendung „Visite“, verbreitet. Dabei wird der Eindruck vermittelt, wonach die langfristige Wirksamkeit der endoluminalen Verfahren zur Krampfaderbehandlung (Laserablation und Radiofrequenzablation) unterlegen sei im Vergleich zur herkömmlichen operativen Therapie.
Mittlerweile wissen wir aus zahlreichen Gesprächen mit betroffenen Patienten, dass durch die Berichterstattung in den Medien Verunsicherungen entstanden sind. Wir nehmen dies zum Anlass, Ihnen einmal die wesentlichen Argumente in dieser Diskussion und unsere Sichtweise dazu aufzuzeigen.

Allgemein wird von den Befürwortern des operativen Verfahren angeführt, dass dieses Verfahren nachhaltiger sei. Das operative Verfahren meint dabei die Crossektomie mit Stripping, also die chirurgische Entfernung der erkrankten Vene. Häufig wird bei diesem Eingriff die Notwendigkeit eines stationären Aufenthaltes gesehen. Die Operation erfordert oft zahlreiche chirurgische Zugänge (Schnitte) an mehreren Stellen des Beins. In den meisten Fällen ist der Eingriff mit einer Arbeitsunfähigkeit von ein bis zwei Wochen, häufig auch länger, verknüpft. Regelmäßig wird nach der Operation das Tragen von Kompressionsstrümpfen für mindestens vier Wochen oder länger empfohlen.
Bei den endoluminalen Verfahren wird die erkrankte Vene nicht chirurgisch entfernt, sondern mittels Hitzeenergie verschlossen. In den dann auf die Behandlung folgenden Wochen und Monaten wird die so behandelte Vene dann vom Körper abgebaut. Naturgemäß ist ein solches endoluminales Verfahren gegenüber der operativen Stripping-Methode deutlich schonender und mit weniger operativen Komplikationen und Schmerzen verbunden sowie mit einer deutlich geringeren Einschränkung der Mobilität. Die Methode wird zurecht von vielen Patienten gewählt, die sich aus beruflichen oder familiären Gründen keine längere Zeit erlauben können oder wollen, in denen sie durch eine Venenoperation körperlich eingeschränkt sind.
Rezidive (Rückfälle) der Krampfadererkrankung, die wir übrigens unabhängig von der Vorbehandlung immer mit endoluminalen Verfahren korrigieren können, treten regelmäßig sowohl nach der Stripping-Operation als auch nach der endoluminalen Behandlung auf. Im Rahmen der Diskussion wird nun von Seiten einiger Befürworter der Stripping-Methode angeführt, dass durch die endoluminalen Techniken häufiger ein sogenannter Venenstumpf zurückbleiben würde, aus dem nach einigen Jahren wieder neue Krampfadern entstehen könnten. Als Begründung werden unserer Meinung nach in unzulässiger, desinformativer Weise solche wissenschaftlichen Daten herangezogen, mit welchen noch die erste Generation der endoluminalen Verfahren evaluiert wurden, die heute keine Rolle mehr spielen und im Dermatologikum nie zur Anwendung kamen.

Selbstverständlich unterliegen die endoluminalen Verfahren einer stetigen Fortentwicklung, an der auch das Dermatologikum Hamburg einen Anteil hat. Heutzutage verwenden wir vornehmlich den 1470nm Radiallaser, mit dem routinemäßig eine Laser-Crossektomie, also die thermische Ausschaltung aller zu behandelnden Venen analog zur Operation erfolgt, ohne dass ein Venenstumpf verbleibt. Ein Unterschied in der Nachhaltigkeit zur Operation ergibt sich nicht, da wir durch die Laser-Crossektomie das gleiche hämodynamisch-funktionelle Ergebnis wie nach der korrekt durchgeführten Operation erreichen.

Gerne beraten wir Sie hierzu auch im Rahmen eines persönlichen Kontaktes.

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