Eine kurze OP – dann bin ich ins Büro geradelt

Mit einem medizinischen Klebstoff werden kranke Venen schnell und sicher verschlossen. Die Hamburger Managerin hat es erlebt.

Vor sieben Jahren entdeckt Margret Howe aus Hamburg die erste blaue Ader am linken Bein. Es ist nicht viel zu sehen, aber sie spürt, dass etwas nicht stimmt. „Je wärmer es draußen wurde, umso mehr schwoll das Bein an“, erzählt sie. „Beim Fliegen war es unangenehm, enge Schuhe konnte ich gar nicht mehr tragen.“

Der Grund ist schnell gefunden: In einer Vene sind die kleinen Klappen kaputt, die normalerweise wie Schleusen dafür sorgen, dass das Blut zum Herzen fließt und nicht ins Bein zurück versackt.

Der erste Eingriff ist für Margret kein Spaß

Im Herbst 2008 lässt sich die Managerin nach dem „Strippingverfahren“ operieren. Dabei wird die kranke Vene „rausgezogen“ – eine unangenehme Sache für Margret: „Erst die Schlafnarkose, dann zwei Tage Krankenhaus, das Bein immer stramm gewickelt und schwarz wegen der Blutergüsse. Zwei Wochen Krankschreibung, eine gute Woche starke Schmerzen. Nach drei Wochen waren die Blutergüsse noch nicht weg, eher grün. Es war schrecklich!“

Das andere Bein will Margret danach am liebsten gar nicht machen lassen. Bis sie von einem neuen Verfahren (VenaSeal) hört, das Dr. Jens Alm, Leiter der Gefäßabteilung am Dermatologikum Hamburg, anwendet. Der Experte: „Wir kleben die kranken Venen mit einem Gewebekleber zu, der schon seit 50 Jahren in der Medizin verwendet wird, z.B. für den Wundverschluss.“

Die verklebte Vene baut der Körper ab

In etwas veränderter Rezeptur eignet sich der Kleber für die Venenbehandlung und ist seit September 2011 in Deutschland zugelassen. „Sobald die Vene verschlossen ist, wird das Blut automatisch in andere gesunde Venen im Bein umgeleitet. Die verschlossene Vene wird vom Körper abgebaut und existiert nach etwa einem Jahr nicht mehr“, erklärt Dr. Alm.

Zwar wird die Behandlung von gesetzlichen Kassen nicht gezahlt, aber die Vorteile gegenüber herkömmlichen Methoden überzeugen Margret sofort: Keine Narkose, keine Schnitte, keine Schmerzen! Der Gefäß-Spezialist: „Unter Ultraschall–Kontrolle wird über eine kleine Punktionsstelle ein hauchdünner Katheter die Vene hinauf geschoben bis zur Leiste. Beim Zurückziehen wird etwa alle drei Zentimeter der Gewebekleber eingespritzt und gleichzeitig von außen mit der Hand die Vene zusammengedrückt.“

Dass eine Operation so angenehm sein kann, hätte Margret sich nicht träumen lassen. „Der Eingriff dauerte nur 20 Minuten, direkt danach bin ich mit dem Rad zur Arbeit gefahren, Wahnsinn!“ Einige Tage spürt sie ein leichtes Druckgefühl im Bein, aber keinerlei Schmerzen. „Ich musste keine Kompressionsstrümpfe tragen, keinen Verband und hatte nie wieder Probleme“,sagt sie begeistert. „Schade, dass es dieses Verfahren nicht schon früher gab.“ […]

Artikel herunterladen (pdf) – Bild der Frau (20.12.2012)

 

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